Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Podiumsdiskussion

Auch 2015 veranstaltete MadMUN wieder einen Diskussionsabend, dieses Mal zum Thema "70 Jahre - Muss die UNO in die Rente?". ReferentInnen waren dabei: Dr. Gabi Schlag (Institut für Politikwissenschaft – OvGU), Ass. iur.  Karen Schlüter (Institut für Politikwissenschaft – OvGU), Tino Kanicke (MadMUN Delegate 2004/2005 und Referatsleiter der Staatskanzlei Sachsen-Anhalt), Dr. Florian Kühn (Institut für Politikwissenschaft - OvGU, Institut für Internationale Politik - Helmut-Schmidt-Universität, Universität der Bundeswehr Hamburg) und  Dr. Reinhard Wesel (Institut für Politikwissenschaft - OvGU). Als Moderatorin diente zudem Rhea Holzer (MadMUN Delegate 2014/15), welche gleichzeitig die Organisation des Abends übernommen hatte.

Frau Schlag eröffnete die Diskussion mit der These, dass sich die UNO bereits seit über 10 JAhren in der Rente befindet und keine Strukturreformen zu erwarten sind. Trotzdem sind die UNO ein Forum für Kommunikation, welchem Gewalt und Ungerechtigkeit angepranger werden. Herr Kühn unterstützte diese Anfangsrede zugleich und machte zudem auf die Historie aufmerksam: "Die UNO waren lediglich ein Versuch, kolloniale Verhältnisse zu verrechtlichen". Ein Verständnisproblem sei zudem immer, dass in den "Nationen" nur Regierungen, nicht aber Gesellschaften abgebildet werden. Frauch Schlüter, als gelernte Juristin, machte auf andere Aspekte aufmerksam: Vor allem nach dem Ende des Kalten Krieges sind Konflikte, welche behandelt werden konnten, zwar gestiegen, die zwischenstaatlichen Gerichte aber vor allem "explodiert". Eben jene konnten in der näheren Vergangenheit oftmals gute zwischenstaatliche Lösungen herbeiführen. Als ehemaliger Delegate und Tutor von MadMUN erinnerte sich Herr Kanicke, dass er vor 10 Jahren noch glaube, dass sich die UN auf einem guten Weg befanden. Heute glaubt er, dass die UNO nicht als die Weltpolizei gesehen werden dürfen, denn der eigentliche Verdienst jener liegt eher in der Arbeit ihrer Neben- und Sonderorgane wie UNICEF und UNESCO. Die Anfangsplädoyers schloss Herr Wesel, der verantwortliche Dozent für MadMUN, welche einige wichtige Punkte aufwarf: Von der UNO im Gesamten zu sprechen sei stets problematisch, denn diese bestehtaus einzelnen Staaten, welche es durch den Verbund bisher eines der Hauptziele geschafft haben zu verwirklichen - die Verhinderung eines dritten Weltkrieges. Anders als andere Verbände, wie die G7 oder die G20 haben die Vereinten Nationeneine völkerstaatliche Legitimation und damit verbundene gute Strukturen. Das "Scheitern" der UNO ist lediglich durch den Unwillen einzelner Staaten zu verantworten, welche diese Strukturen nicht besser nutzen.

Im Laufe des Abends entwickelte sich eine rege Diskussion,bei welcher die Frage nach dem Rentenalter der UNO jedoch nicht geklärt werden konnte. Den Sicherheitsrat hielten die Referenten nicht für reformfähig. Zum einen weil die UNO nicht dafür gebildet war und zum anderen, weil niemand weiß, wie dieser neue Sicherheitsrat aussehen sollte. Andere Vereinigungen, wie die EU, aber auch einzelne Staaten, wie die USA, haben heutzutage die UNO verändert und nicht zuletzt die UNO selbst haben dadurch eigenständige Veränderungen in ihrem Apparat hervorgebracht. Zu guter Letzt wurde festgestellt, dass die UNO zwar vielleicht alt ist, aber wir sie immernohc brauchen, denn sie ist zu einem Symbol gewurden, welches gleichzeitig aber auch eine Last darstellt. In den Vereinten Nationen wird über Normen diskutiert und Erfahrungen werden weitergegeben, sie bietet Raum zur Diskussion über neue Probleme, auch wenn die Erfüllung alle jener, leider oftmals ein Wunschdenken bleiben muss.

Wir danken allen Referierenden und allen interessierten Zuhörern für die rege Diskussion und den interessanten Abend.

(Text: Julius Schüler, MadMUN XV)

Letzte Änderung: 05.06.2015 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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