Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 

Erfahrungsberichte

Erfahrungsberichte

 

Erfahrungsbericht: Pia Henne (BA European Studies)

„Was ist MadMUN?“ Das war die große Frage, als im Sommersemester 2018 auf einmal alle davon anfingen zu sprechen. Die kurze Antwort: „Irgendwas mit den Vereinten Nationen“. Tatsächlich war ich nur bei dem Infoabend, weil Ehemalige mir davon vorgeschwärmt hatten und eine Freundin mich überzeugt hatte. Nachdem ich mehr Informationen hatte, war auch ich motivierter. Zumindest genug um mich dem schriftlichen Test zu stellen und darin auch für mich selbst mein Allgemeinwissen zu politischen Themen zu testen. Darauf folgte eine Einladung zum Gespräch, was sich als weniger schlimm herausstellte, als vorher gedacht. Spätestens ab dem Augenblick wollte ich dann auch wirklich teilnehmen: Diplomat spielen, viel Neues lernen und nach New York fliegen! Durch einen Anruf wurde ich zum MadMUNi der Delegation 2018/2019.

Bei einem ersten Treffen lernten wir uns gegenseitig kennen und bekamen unsere Themen für die Hauarbeiten über den Sommer zugeteilt. Eine Hausarbeit ohne Note und CP? Ich war gelinde gesagt skeptisch. Die Themen sind aber historisch, politisch und zumeist auch recht interessant. Eine Besonderheit an MadMUN ist das Tutoren System. Für jede größere Aufgabe wird einem ein Ehemaliger / eine Ehemalige an die Seite gestellt um Tipps zu geben (und eventuell auch ein bisschen ein Auge auf den Fortschritt zu haben). Mit der Unterstützung war dann auch irgendwann die Arbeit über die Kriege der USA seit den 1950er Jahren geschrieben und es konnte richtig losgehen.

Im Wintersemester findet jeden Mittwochabend das Seminar statt, das auch durch Ehemalige geleitet wird. Die sogenannten Orgas. In der ersten Hälfte des Semesters haben wir uns die Funktionsweise der UN erarbeitet. In der zweiten Hälfte ging es dann um das Land, das wir schließlich in NY repräsentieren sollten. Die Elfenbeinküste. Die Delegation bildeten wir zusammen mit der Uni Halle. Für gewöhnlich saßen wir mittwochs 2,5 Stunden zusammen um dann danach noch das eine oder andere Bierchen zu trinken ;)

Im Dezember fand unsere erste Simulation statt. Ein Wochenende auf der Huysburg. Jedem von uns elf war ein Land zugeteilt worden und wir simulierten den Sicherheitsrat der UN. Ich vertrat Kuwait und musste dann „mit Allahs Gnaden“ dafür kämpfen von den Vertretern der Länder wie der USA etc. gehört zu werden. Alle zogen sich ihre Business Kleidung an und es ging direkt los. Bis wir herausgefunden hatten, wie man ein Meeting pausiert, war mehr Zeit vergangen, als uns allen lieb war. Das Prinzip auf der Huysburg lautet: ab ins kalte Wasser! „Wie schreibt man denn eigentlich eine Resolution?“ Solche Fragen stellten sich dann nach und nach. Mit Hilfe von Ehemaligen, die den Vorsitz des Komitees innehatten, lernten wir englische Bandwurmsätze schreiben. Die Nächte waren kurz, die Sitzungen lang, der Kaffee Konsum hoch und der Lernfaktor enorm.

Die zweite Simulation war die GerMUN, die in Berlin stattfand. Es wurden drei Komitees durch mehrere Unis simuliert. Auch hier wurden uns die Länder und Komitees zugeteilt. Mich verschlug es als Südafrika in den Sicherheitsrat. In diesem kleinen Komitee mit nur 15 Staaten konnte/musste ich viele Reden halten. Interessant ist noch, dass es bei den großen Simulationen immer eine Art Abschlussparty gibt (Info für Feierwütige).

Direkt vor der GerMUN hatten wir uns mit den Hallensern in Magdeburg getroffen für drei Tage um unsere Positionen für die Simulation in NY zu verschriftlichen. Die gefürchtete Hardworking Phase. Dieser Titel ist nicht übertrieben. Elf Stunden Tage waren nicht ungewöhnlich, denn die Position Paper wurden auf Format, Inhalt und Länge hin perfektioniert. Pro Komitee wird ein solches Papier verfasst, zu drei Themen, an denen man gewöhnlich zu zweit arbeitet. Aber es lohnt sich, denn für diese Paper werden in NY Preise vergeben. Diesen Preis dann in den Händen zu halten, hat einen den Schlafentzug und die Kopfschmerzen schnell vergessen lassen.

Die Simulation in NY, die NMUN, wurde jetzt schon mehrfach erwähnt. NY an sich ist schon beeindruckend und wenn man sich so gut als Delegation versteht, wie das bei uns der Fall war, macht das ganze noch mehr Spaß. Die NMUN war meine Lieblingssimulation und das lag nicht mal an Manhattan, dem Besuch des UN Hauptquartiers oder dem Termin bei der Botschaft der Elfenbeinküste (selbstverständlich auch alles Highlights). Ich habe dort zum ersten Mal in einem großen Komitee gesessen und den Adrenalinschub verspürt, den man bekommt, wenn man vor über 200 Leuten eine Rede hält. Hier kann man seine Grenzen austesten und verschieben.

Zusammenfassend: Mitmachen ist absolut empfehlenswert! Der Erfahrung und der Leute wegen. Der Lernfortschritt inhaltlich, wie didaktisch (mündlich und schriftlich) ist beachtlich und hier bietet sich die Möglichkeit deine Englisch Kenntnisse zu erweitern.

Was man nicht unterschätzen sollte: den finanziellen Eigenbetrag und den Zeitaufwand. Während des normalen Studiums und vielleicht auch noch Jobs nebenher, kann das schon mal sehr stressig und anstrengend werden.

 

Erfahrungsbericht: Lara Wittmann (MA Peace and Conflict Studies)

Am allerersten Tag an meiner neuen Universität fiel mir eine Uni-interne Zeitschrift in die Hände. In ihr wurden alle Studentengruppen vorgestellt, eine davon war MadMUN. Die United Nations Organisation simulieren und so tun als wäre man/frau Diplomat verschiedener Länder und dabei noch viel über die UNO zu lernen. Darauf hatte ich auf jeden Fall Lust. Zu diesem Zeitpunkt habe ich mir einiges vorgestellt, was mich bei MadMUN erwarten würde, im Nachhinein sei gesagt, es kam so und doch ganz anders. Als ersten Schritt schrieb ich eine Email an die genannte Adresse in der ich bat und bettelte noch mitmachen zu dürfen, denn eigentlich hatte das Bewerbungsverfahren ja schon vor den Semesterferien stattgefunden. Ein Glück brachte ich meinen eisernen Willen anscheinend überzeugend zum Ausdruck, außerdem war über die Semesterferien jemand abgesprungen und ich durfte mitmachen.

 „Meine Damen und Herren, erheben Sie sich für Ihre Nationalhymne“ - mit diesen Worten, sowie dem danach ertönenden orchestralen Ergüssen Pierre Michel Pangos, teilte uns Dr. Wesel mit, dass wir in New York die Elfenbeinküste repräsentieren würden. Außerdem wurde damit das erste Treffen der MadMUN Delegation 2019 eingeleitet. Ich schaute mich um, in 11 (?) neue Gesichter, mit denen ich ab jetzt sehr viel Zeit verbringen würde. Ich hätte mir keine besseren aussuchen können. Uns wurde der Ablauf des Semesters erklärt, insgesamt sollte es drei Blocks geben: Vorbereitung auf die Huysburg, der Magdeburg internen Simulation des Sicherheitsrats (SC), die aus dem intensiven Auseinandersetzen mit der UNO und dem eigenen SC Land bestehen würde; danach Vorbereitung auf Themen speziell zur Elfenbeinküste. Danach Vorbereiten auf das Gremium in dem wir in New York, der NMUN, sitzen würden. Das klang nach sehr viel Arbeit, aber auch sehr spannend.

 Die ersten Wochen hielten wir alle Referate über verschiedene Zweige der UNO und dabei lernten wir eine Menge. Außerdem bekamen wir unser SC Land zugeteilt. Ich war China und schrieb Policy Paper aus der Sicht Chinas zu verschiedenen Themen. Die Huysburg selbst hat sehr viel Spaß gemacht und uns als Gruppe näher zusammengebracht. Von da an hatten wir die ersten Insider-Witze, außerdem hieß ich jetzt erstmal „China“. Bis zur GerMUN, meinem persönlichen Highlight. Hier spielten wir in größeren Komitees zusammen mit anderen Gruppen aus Deutschland, auch wieder ein eigenes Land. Ich war Argentinien und - oh Überraschung - ab jetzt hieß ich (auch für die anderen Teilnehmer der GerMUN) „Argentinien“. Außerdem lernten wir unsere hallensische Partner-Gruppe für New York kennen und lieben. Und dann ging es auch schon los nach New York. Die Stadt und die Simulation dort war so groß, ereignisreich und chaotisch, dass ich auch jetzt, zwei Monate später, noch nicht alles verarbeitet habe. Highlight dort war auf jeden Fall der Besuch in den UN Gebäuden und das Gespräch mit einer Mitarbeiterin des SC. Es war toll und die Simulation war auf jeden Fall die gebührende extra Portion Sahne plus Kirsche, auf dem MadMUN Kuchen.

 In der ganzen Zeit habe ich eine Menge gelernt. Herr Wesel würde sagen, man/frau kann nie alles über die UNO wissen, aber ich fühle mich nach MadMUN so, als würde ich dem ganzen schon relativ Nahe kommen. Außerdem fällt es mir jetzt viel leichter Reden zu halten und auf fremde Menschen zu zu gehen und Ihnen meine Ideen näher zu bringen. Auch mein Englisch ist deutlich professioneller geworden. Auf persönlicher Ebene hat mich MadMUN auch sehr viel weiter gebracht und ich kenne mich jetzt deutlich besser als vorher. Und nicht zu vergessen, ich habe eine Menge toller Menschen kennengelernt, die, auch nach MadMUN und hoffentlich für immer, sehr gute Freunde geworden sind.

 

 

Letzte Änderung: 17.05.2019 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
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MadMUN XIX
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