Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

 
 
 
 
 
 
 
 
MadMUN I
m1_bild1
m1_bild2
 
vorheriges Bild 1 von 6 nächstes Bild

MadMUN I - Zypern (Republic of Cyprus)

Wie alles begann...

Im Wintersemester 2000/01 fanden wir 13 Studierenden, mit Namen: Vanessa Aufenanger, Marco Kreissl, Ines Michel, Thomas Kluge, Annika Schlee, Alexander Geiger, Claudia Oldenburg, Kaspar Schmitz, Michael Schwenker, Nicole Sparwasser, Kai Schäfer, Stefanie Teickner und Cora Voigt uns zusammen, um das Projekt Model United Nations unter der Leitung des Politikdozenten Herrn Wesel zum erstem Mal an der Magdeburger Universität durchzuführen.

Unser Ziel war die Teilnahme am National Model United Nations in New York. Doch vorher mussten wir einen anstrengenden Weg meistern, obwohl niemand von uns irgendeine Ahnung hatte was uns in den folgenden sechs Monaten erwarten würde, wieviel Arbeit auf uns zukommen sollte und wie sehr dieses Projekt uns vereinnahmen würde, wollten wir es unbedingt versuchen. Fortan hieß die Gruppe „MadMUN", als Abkürzung für Magdeburg Model United Nations, aber auch, weil es schon ein wenig verrückt war, ein solches Projekt anzugehen, mit dem Wissen, dass es sich ohne genügend finanzielle Zuwendung nicht realisieren lassen würde.
Schon in der ersten Veranstaltung wurde jeder Teilnehmer mit Referaten „versorgt", so dass wir schnell merkten, dass es in diesem Seminar um mehr ging als nur um einen „Leistungs-Schein". Die ersten Wochen vergingen wie im Flug und wir lernten die Organisation der Vereinten Nationen und ihre Arbeitsweise als auch uns untereinander besser kennen. 

Anfang Dezember (1.-3. Dezember 2000) durften wir dann endlich zum ersten Mal simulieren: Endlich Delegierte! An einem Wochenende spielten wir den Weltsicherheitsrat und beschäftigten uns mit den Konflikten im Kosovo und Nahen Osten. Besonderer Dank gilt an dieser Stelle Andrés, Asis und Chris, mit deren Hilfe uns das Regelwerk der UN-Diplomatie in Fleisch und Blut überging.
Kurz vor den Weihnachtsferien wurde es für die Gruppe noch einmal spannend. Wir erfuhren, welches Land wir beim NMUN vertreten durften. Ein langweiliges Land wollten wir nicht spielen. Natürlich gibt es keine langweiligen Rollen, wie Herr Wesel uns immer wieder beteuerte, aber dennoch gibt es interessante und weniger interessante Rollen. Dann endlich hieß es: Zypern! Ein besseres Land hätten wir nicht bekommen können. Sehr spannend wurde die Rolle durch den Konflikt mit der Türkei. Mit großer Zufriedenheit sehen wir deshalb, dass die türkische und die griechische Seite Zyperns in jüngster Zeit ihre Anstrengungen intensiviert haben, eine gute und für beide Seiten akzeptable Lösung zu finden.

In der letzten Februarwoche war dann wieder Simulationszeit und wir fuhren zur GerMUN. Die deutschlandweite Simulation fand in Strausberg bei Berlin statt. Dort wurden der Sicherheitsrat, der Wirtschafts- und Sozialrat (ECOSOC), sowie die Vollversammlung simuliert. Viele gemeinsame Stunden verbrachten wir im Hinblick auf dieses Ereignis. Wir trafen uns oft außerhalb des Seminars, um über Sachverhalte wie das Kyoto-Protokoll oder das weltweite HIV/ AIDS-Problem zu diskutieren. Zum ersten Bei der GerMUN war uns zum ersten Mal die Möglichkeit gegeben, einen Vergleich mit anderen Studierenden aus anderen Städten ziehen zu können. Wenn auch für den einen oder die andere von uns nicht immer alles nach Plan lief und die Strategie geändert werden musste, so waren wir im Nachhinein doch alle glücklich und zufrieden und uns einig, dass es eine bessere Vorbereitung für die Simulation in New York nicht hätte geben können. Die Nähe Strausbergs zu Berlin nutzten wir darüber hinaus zu einem Besuch bei der zypriotischen Botschaft, wo uns der Botschafter Zyperns höchstpersönlich empfing und sich die Zeit nahm, unsere Fragen hinsichtlich der verschiedenen Positionen der Republik Zypern zu beantworten. Mit dem dort Gelernten und auch dem Wissen, dass wir einige der Delegierten von der GerMUN auch in New York wieder sehen würden, waren wir unserem großen Ziel einen bedeutenden Schritt näher gekommen. 

Wochenlang hatten wir uns nun schon auf unser Land vorbereitet. Als einfache Studenten verließen wir Deutschland, aber als „stolze Zyprioten" sollten wir wieder heimkehren. 
Wir besuchten die Ständige Vertretung Deutschlands in New York, das Gebäude der Vereinten Nationen und als Höhepunkt die Ständige Vertretung Zyperns. Der zypriotische UN-Botschafter nahm sich sehr viel Zeit für uns und wir erfuhren von ihm, dass wir uns gut auf unsere Rolle vorbereitet hatten und die Positionen Zyperns gut herausgearbeitet hatten.
In verschiedenen Komitees vertraten wir unser Land und versuchten mit diplomatischem Geschick unsere Belange durchzusetzen. Am Ende wurden unsere Mühen sogar mit gleich zwei Preisen (Awards) belohnt. Wir freuten uns riesig über den Award für die Positions-Papiere, welche wir Wochen zuvor geschrieben hatten, die uns Nächte im Internet und jede Menge Nerven kosteten und für die unsere Gruppe bis nachts ein Uhr in der Uni saß. Wir waren „entschädigt" worden! Sprachlos machte uns der zweite Preis: eine "Honorable Mention" für das Auftreten unserer Delegation während der Simulation. Noch nie, so sagte man uns, sei es einer nicht-amerikanischen Universität bei der ersten Teilnahme gelungen, einen solchen Preis zu erreichen.
Die Bilanz, die wir alle aus den vergangenen Monaten ziehen konnten, fiel durchweg positiv aus. Wir lernten nicht nur, wie der diplomatische Umgang bei den Vereinten Nationen aussieht, wie Weltpolitik gemacht wird, sondern welches Potential in uns steckt, sei es englische Reden vor einem größeren Plenum zu halten oder für seine Position einzustehen und dennoch in Kompromissen akzeptable Lösungen zu finden.
Die wichtigste und schönste Erfahrung von NMUN ist und bleibt jedoch, die Entwicklung von, in diesem Fall 13, ganz unterschiedlichen Menschen zu Delegierten des Landes Zypern gesehen zu haben. Wie schon gesagt, als stolze Zyprioten sind wir in Deutschland wieder angekommen und auch wenn wir wieder getrennte Wege gehen müssen, ein bisschen „Zypriot" bleiben wir wohl für immer.

Stefanie Teickner, 2001

 

And there is also an report in english:

The Cyprus Story

In the summer term 2000, the honourable Mr Reinhard Wesel himself offered a seminar at the Otto-von-Guericke-University Magdeburg, entitled „Internationale Politik: Arbeitsweise Vereinte Nationen“ (International Politics: Functioning of the United Nations). Some 30 interested students gathered to get to know more about Mr Wesel and, of Course, the world organisation. At the end of the summer semester, there were 13 students left (the others had quitted bit by bit before, which was definitely not because of Mr Wesel’s ability to instruct students but rather a capitulation before the tremendous demands in this seminar). These 13 were „the 13“, becoming the legendary „MadMUN 1“ (still today awed silence spreads out in the Institute for Political Science when one of „Them“ appears.....).
Enormously self-confident, the group entered into the winter term 2000/2001, which was determined to change Their lives deeply. The first expression of Their strong self-confidence was the choice to apply for Cyprus in New York. To make that crystalclear: Applying to represent the Republic of Cyprus in the 2001 National Model United Nations conference in New York was comparable to the scenario of, e. g. Iraq demanding from the USA a total disarmament of all weapons of mass-destruction.

With enthusiasm the – now-called – delegates started to prepare for the three simulations that were waiting for Them (the hard work primarily included paper writing, speech training, holding lectures, finding sponsors, standing rounds in the pub etc. while the softer work was about buying a business dress, getting on Their friends‘ nerves by telling them every detail about this amazing project and so on).
It was December 1st in the year 2000, when the delegates of MadMUN 1 gathered in Peseckendorf to be for the first time.... well, actually to be delegates! They simulated the United Nations Security Council for three days (and nights!), discussing on „The Palestinian-Israeli Conflict“ and „Prospects for Peace and Security for the former Republic of Yugoslavia“. The Council was chaired by the honourable and most distinguished Mr Andres Gonzalez himself, Mr Christoph „Chrizz“ Leischwitz himself and Sir „Asis“ Aboubaker Ibrahim himself. (At this point it is time to again congratulate them for their well-deserved election as presidency of the MadMUN 1 Security Council. It was due to their experience and wise guidance that the work done by the Council was most effectively, discussions were the whole time very fruitful and the adopted resolutions became outstanding documents in MadMUN history.) On this weekend, the MadMUN 1 group had become the MadMUN 1 family and will always be the first generation of the whole MadMUN family.
Going on in Their preparations for New York, some „MadMUNies“ participated in a weekend seminar on „Negotiation Strategies“ at the University of the Federal Armed Forces in Neubiberg, Munich. Under the auspices of the German Negotiation Centre, the seminar was led by the outstanding high-potential Mr Patrick Ott himself and gave the MadMUNies an excellent opportunity to get to know to other German Model United Nations groups. (Insiders call this weekend the starting point for the very special, probably unique relationship between the MUN groups from Magdeburg and Munich!)
At the end of February, MadMUN 1 participated in the German Model United Nations conference in Strausberg. MadMUN delegates represented the Russian Federation, Cyprus, the Netherlands, Egypt, Syria and Turkey. This sleepless week was the sophistication for New York.
Well-prepared, MadMUN 1 started on April 2nd 2001 the big trip to the Big Apple. Beside getting to know to this amazing city in the first week, MadMUN 1 had several important appointments which made Them feel like „real“ diplomats: They had the opportunity to see the most secret places of the UN Headquarters, They visited the German Mission to the UN and, finally, They were honoured to meet the Cypriot Permanent Representative to the UN, Mr Ambassador Sotirios Zackheos himself. 
Following was the conference for which the MadMUNies had worked and prepared for almost one year. In seven committees, the Republic of Cyprus had to be represented. And, of course, MadMUN 1 managed this challenge with outstanding success: for the first time in NMUN history, a greenhorn group (i. e. a group that is participating for the first time) was awarded twice – with an Outstanding Position Paper Award and with a Honourable Mention.
This was the moment when MadMUN 1 went completely mad!

Alexander Geiger, 2001

Letzte Änderung: 02.08.2017 - Ansprechpartner: Webmaster
 
 
 
 
3813ce14-e75d-415e-beb3-c5ccc83417e9
MadMUN XIX
Kontakt:
madmun@ovgu.de https://www.facebook.com/madmun
 
 
 
 
Helfen leicht gemacht!